Grenzen des Sozialstaats neu definieren – Verena Bentele eröffnet Sozialstunde

SozialstundeRheinland

Die 12-fache Paralympics-Siegerin und ehemaligen Behindertenbeauftragte der Bundesregierung und heutige VdK-Präsidentin Verena Bentele, eröffnete die „Sozialstunde – das Netzwerktreffen im Rheinland“ mit einem Impulsvortrag zum Thema „Hat der Sozialstaat Grenzen?“ in Köln.

Mit dem Ziel, eine Plattform zum Austausch und Netzwerken für die vielen verschiedenen in der Sozialwirtschaft tätigen Akteure zu schaffen, haben rosenbaum nagy und die Sparkasse KölnBonn Anfang 2016 die „Sozialstunde – Netzwerktreffen der Sozialwirtschaft im Rheinland“ ins Leben gerufen. Am 20. November 2019 trafen sich nun bereits zum vierten Mal zahlreiche Vertreter verschiedener Wohlfahrtsverbände, aber auch aus Bundes- und Landespolitik, Verwaltung, Wissenschaft und Kirche zur „Sozialstunde“ im HÖHNERStall der Brauerei zur Malzmühle in Köln, um sich intensiv zu aktuellen Fragen und Problemen der Branche auszutauschen. Darunter die Vorsitzende der Landschaftsversammlung Rheinland Anne Henk-Hollstein, die Kölner Bürgermeister Hans-Werner Bartsch, Elfi Scho-Antwerpes und Andreas Hupke sowie die NRW-Landtagsabgeordneten Andreas Kossiski und Jens-Peter Nettekoven und Matthias W. Birkwald aus dem deutschen Bundestag.

Nach der Begrüßung durch Frank Spölgen, Leiter des Bereichs Private Banking und Institutionelle Kunden der Sparkasse KölnBonn, und den beiden geschäftsführenden Partnern der rosenbaum nagy unternehmensberatung, Dr. Michael Rosenbaum und Attila Nagy, setzte sich Verena Bentele, Präsidentin des Sozialverbandes VdK, in ihrem Vortrag mit den Grenzen des Sozialstaats auseinander.

Diese sah Bentele bei den aktuell verfügbaren finanziellen Mitteln, aber teilweise auch in den Köpfen der Menschen, wenn es bspw. um die Inklusion von Menschen mit Behinderung oder die Integration von Migranten geht. Weiteren finanziellen Bedarf machte sie vor allem beim Rentenniveau und der Unterstützung pflegender Angehöriger aus. So solle etwa nach dem Vorbild des Elterngeldes auch deutlich mehr Geld für das Pflegen von Angehörigen zur Verfügung stehen. Die Grenzen des Sozialstaates, die für sie noch lange nicht erreicht sind, müsse man immer wieder neu definieren und anpassen, um allen Bürgerinnen und Bürgern, unabhängig von Bildung, Einkommen oder gesundheitlicher Verfassung, die bestmögliche Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen. Finanziert werden solle dies neben der Vermögenssteuer vor allem durch eine neue Digitalsteuer. „Firmen die mehr Computer als Menschen beschäftigen, sollten auch mehr Steuern zahlen“, so die VdK-Präsidentin. Abschließend sprach sie sich dafür aus, dass sich am Aushandeln der Grenzen des Sozialstaates alle gesellschaftlichen Gruppen beteiligen sollten, nicht nur die Politiker.

Im Anschluss an den offiziellen Teil nutzten die zahlreich erschienen Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Gelegenheit, sich zu verschiedenen Schwerpunktthemen in lockerer Atmosphäre bei Kölsch und Fingerfood auszutauschen.

Die nächste Sozialstunde für die Sozialwirtschaft ist bereits in Planung und findet voraussichtlich im Frühjahr 2020 statt. Nähere Informationen zu der Veranstaltungsreihe sowie die Möglichkeit zur Anmeldung finden Sie unter www.sozialstunde.de.

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