Restart – Sind wir auf dem richtigen Kurs?

Rendite

Juni 2020 – Coronakrise überstanden? Wahrscheinlich noch nicht! Viele Führungskräfte fragen sich aktuell, in welchem Stadium der Coronakrise sie sich gerade befinden. Und welche Krisenregelungen für die Arbeitsorganisation und Zusammenarbeit im eigenen Unternehmen jetzt oder in Kürze wieder zurückgenommen werden.

Genau wie in der gesellschaftlichen Diskussion wird aktuell in vielen Unternehmen diskutiert, wie und wann zu welcher Normalität zurückgekehrt werden kann. Auf der einen Seite gibt es die eher vorsichtigen Führungskräfte und Mitarbeiter, die die Corona-Beschränkungen im Unternehmen noch möglichst lange beibehalten wollen. Auf der anderen Seite gibt es diejenigen, die sich möglichst schnell wieder in eine „normalen“ Arbeitssituation begeben möchten. Aber wie soll „normales“ Arbeiten nach der Krise zukünftig aussehen? Eines steht fest: Die Coronakrise hat in allen Unternehmen zu einem erzwungenen gewaltigen Change-Prozess geführt. Und die Entscheider stehen nun vor der Herausforderung, die richtigen strategischen und organisatorischen Weichen für die Zukunft zu stellen.

Doch schauen wir zunächst drei Monate zurück. Anfang März erreichte uns die Coronakrise mit voller Wucht. Deutschland wurde in den Lockdown gesetzt. Und das galt auch für viele Unternehmen, die vom „Normalbetrieb“ vor der Krise von heute auf morgen in die Akutphase (I.) der Coronakrise hineinversetzt wurden (Siehe Abbildung). Innerhalb kürzester Zeit mussten akute Krisenmanagementmaßnahmen eingeleitet werden. Mitarbeiter wurden ins Homeoffice versetzt oder direkt ganz in Kurzarbeit geschickt. Die Leistungserbringung musste sichergestellt, Mitarbeiter und Kunden mit Hygienevorkehrungen gesundheitlich geschützt, Liquidität und Finanzen mussten abgesichert werden.

Je nach Branche sind Geschäftsmodelle nahezu gänzlich weggebrochen, wie im Tourismus, der Gastronomie, der Hotellerie oder dem Einzelhandel. Die Akutphase ging dann in eine Krisenroutinephase (II.) über, in der sich nun viele Unternehmen zurechtgefunden und sogar „eingenistet haben“ haben. Die interne und Kunden-Kommunikation über Videokonferenzen, Homeoffice-Voraussetzungen und „neuen“ Geschäftsprozesse in der Krise funktionieren weitgehend.

Mit den behördlichen Lockerungen gehen die Unternehmen nun aber nach und nach in die Restart-Phase (III.) über. Hier ist das Management nun erneut gefordert: Welche Regelungen der Krisenroutine können wieder gelockert werden? Wie soll es mit den Homeoffice-Regelungen weitergehen? Wann können Kunden wieder mit welchem Reisemittel besucht werden? Wann sind Videokonferenzen persönlichen Besuchen bzw. Meetings vorzuziehen und wann nicht? Neben den vielen Fragen der Arbeitsorganisation und Kommunikation sind weitere wichtige Themen zu bearbeiten!

Denn nach der Krise ist vor der Krise. Stellen Sie sich also die Frage, ob Ihre bisherige Unternehmensstrategie in der Nach-Coronakrise noch die richtige ist. Wie wird sich die Nachfrage Ihrer Zielgruppen verändern? Welche Bedürfnisse und Bedarfe sind auf Kundenseite zukünftig zu erwarten? Und wie muss das eigene Leistungs- und Serviceangebot angepasst werden, um auf zukünftig erfolgreich zu sein?

Ein weiteres wichtiges Managementfeld sind die Finanzen. Die Coronakrise hat vielen Unternehmen aufgezeigt, wie belastbar die eigenen finanziellen Ressourcen sind. Viele Unternehmen haben erkannt, dass sie ihre Finanzstrategie überarbeiten und größere finanzielle Rücklagen bilden sollten.

Und zu guter Letzt müssen sie Ihre Beschäftigten wieder als Team zusammenführen, die sich vielleicht über viele Wochen und Monate nicht im Büro getroffen haben. Es wird Kollegen geben, die sich darüber freuen, wieder im Büro arbeiten zu können, andere würden am liebsten dauerhaft im Homeoffice bleiben. Hier gilt es nun Regelungen zu finden, um allen Bedürfnissen gerecht zu werden. Auch kann es in vielen Fällen einen Bedarf an Teambuildingmaßnahmen geben.

Und damit kommen wir auch schon zur zentralen Frage: Wie soll eigentlich die neue Routine nach der Krise aussehen? Die
folgende Abbildung zeigt, dass es hier keine eindeutige Antwort gibt.

Restart – Sind wir auf dem richtigen Kurs?

Jedes Unternehmen muss für sich individuell erarbeiten, wie das „neue Arbeiten“ nach der Krise sein soll. Im Grunde geht es hier nun um den freiwilligen Change nach dem erzwungenen Change. Den meisten Entscheidern dürfte klar sein, dass man nicht zu 100% in die Vorkrisensituation zurückkehren sollte. Denn in der Krise hat sich gezeigt, dass viele Regelungen, z.B. Homeoffice, Videokonferenzen, Kommunikationsprozese etc. funktionieren, die vor der Krise noch undenkbar waren. Sie sollten nun für ihr Unternehmen gemeinsam im Team erarbeiten, welche Regelungen aus der Krise dauerhaft beibehalten werden, ohne das Gesamtunternehmen aus dem Blick zu verlieren.

Beispiel Homeoffice: Es wird Mitarbeiter geben, die am liebsten dauerhaft ausschließlich im Homeoffice arbeiten wollen. Wichtig ist hier nun, den richtigen Mittelweg zu finden, damit die Individualinteressen mit den Unternehmensinteressen in Einklang gebracht werden können.

Beispiel Digitaler Change: Die Coronakrise hat in vielen Unternehmen zu einem digitalen Super-Change geführt. Plötzlich funktionieren digitale Lösungen und Prozesse, deren Umsetzungen ohne Krise sich vielleicht noch Jahre hingezogen hätten. Zu prüfen ist hier, ob auch alle relevanten Führungskräfte und Mitarbeiter in diesem digitalen Change-Prozess mitgenommen wurden.

Was lässt sich nun zusammenfassen: Wir alle können nur hoffen, dass die Coronakrise sich möglichst schnell weiter abschwächt und es keine große zweite Welle gibt. Weiterhin ist zu hoffen, dass sich die Wirtschaft möglichst schnell von der Krise erholen wird. Auf diesem Wege müssen Sie als Führungskraft für Ihr Unternehmen nun die richtigen Weichen für die Zukunft stellen.

Eine Hilfestellung kann dabei der von rosenbaum nagy entwickelte Corona-Krisen-Wegweiser geben. In den vier Managementfeldern „Management“, „Leistungserbringung“, „Finanzen“ und „Team“ geben wir die relevanten Hinweise für die Krisenroutine- und für die Restart-Phase: www.rosenbaum-nagy.de/corona-krisen-wegweiser.

Unsere Empfehlung: Nehmen Sie sich die Zeit, Ihr Unternehmen aus der Krise systematisch in eine neue Ära zu überführen, in der Sie die Learnings aus der Krise im „neuen Arbeiten“ verankert haben.

Der Autor Dr. Michael Rosenbaum ist geschäftsführender Partner der rosenbaum nagy unternehmensberatung.

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